Bundesforschungsministerium startet Open Access-Strategie: Freier Zugang schafft mehr Wissen

Das BMBF hat seine Strategie zu Open Access in Deutschland veröffentlicht.

Die Bundesministerin schreibt im Vorwort:
“Wissenschaft lebt vom Dialog und dem offenen Austausch. Digitale Technologien haben diese Möglichkeiten auf zuvor ungeahnte Weise erweitert. Forschungsergebnisse können viel schneller geteilt und zum Ausgangspunkt neuer Erkenntnisse werden. er Schlüssel zum Erfolg heißt: Open Access. Interessierte können unentgeltlich, zeit- und ortsunabhängig auf wissenschaftliche Literatur und andere Materialien zugreifen.
Das ist ein Gewinn für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Es ist auch ein Gewinn für Unternehmen: Sie können wissenschaftliche Erkenntnisse leichter für Innovationen nutzen. Und es ist ein Gewinn für alle, die an wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert sind. Open Access schafft neue Chancen der Teilhabe. Dahinter steht der einfache Gedanke, dass die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung unentgeltlich öffentlich gemacht werden sollten.”

Unter Leitprinzipien der Open Access-Strategie wird u.a. formuliert:
“Open Access als Standard des wissenschaftlichen Publizierens etablieren.”

Darüber hinaus kündigt das BMBF an, Open Access als Standard in seine Projektförderung aufzunehmen. In der Pressemitteilung mit der die Strategie angekündigt wurde, heißt es dazu:
„Eine zentrale Maßnahme der neuen BMBF-Strategie ist die Einführung einer Open Access-Klausel für alle durch das BMBF geförderten Projekte. Wissenschaftliche Artikel aus vom BMBF geförderten Projekten sollen entweder gleich unter einem Open Access-Modell publiziert oder nach Ablauf einer Embargofrist in einen geeigneten Dokumentenserver eingestellt werden können. Die Forscherinnen und Forscher bleiben dabei frei in ihrer Wahl, ob und in welcher Zeitschrift sie veröffentlichen wollen.“

Strategie: https://www.bmbf.de/pub/Open_Access_in_Deutschland.pdf
Pressemitteilung: https://www.bmbf.de/de/freier-zugang-schafft-mehr-wissen-3340.html

Posted in Forschungsdaten, Open Access, Publizieren, Verlagswesen, Zeitschriften | Comments Off on Bundesforschungsministerium startet Open Access-Strategie: Freier Zugang schafft mehr Wissen

Bundesweite Verhandlungen mit Elsevier gestartet

Im Rahmen des Projektes “DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage” haben wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland jetzt  begonnen einen nationalen Vertrag mit dem Verlagsgiganten Elsevier zu verhandeln.

DEALWährend bisherige Verträge über laufende Subskriptionen wissenschaftlicher Zeitschriften über lokale Verträge und kleinere Konsortien verhandelt wurden, wird nun erfreulicherweise eine nationale Strategie verfolgt.

Eine Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) informiert jetzt über das Vorhaben:

“Vorbereitet wurden die Verhandlungen im Rahmen des Projekts DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage, das die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen auf Anregung der HRK ins Leben gerufen hat. Nach Abschluss der Vorbereitungen sind unter Leitung des HRK-Präsidenten die Verhandlungen mit Elsevier für einen deutschlandweiten Lizenzvertrag angelaufen. Ziel ist der Abschluss eines Vertrages mit Laufzeit ab dem 1. Januar 2017. Mit den Verlagen Springer Nature und Wiley werden in diesem Jahr erste Sondierungsgespräche geführt.”

Der  Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Horst Hippler erläutert das Ziel der DEAL-Verhandlungen:

“Wir brauchen signifikante Verbesserungen bei der Informationsversorgung der Wissenschaft. Erstmals nehmen nun die großen deutschen Wissenschaftseinrichtungen Verhandlungen mit einem der bedeutenden Wissenschaftsverlage auf, um fairere Konditionen für den Literaturerwerb zu erreichen“

Aufgrund der aggressiven Preispolitik und des aktiven Lobbyings des Verlages gegen Open Access haben seit 2012 im Rahmen der Initiative “Cost of Knowledge” über 16.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Zusammenarbeit mit Elsevier eingestellt. Darüber hinaus haben verschieden Hochschulen in Deutschland ihre Verträge mit Elsevier (z. B. Universität Konstanz und Universität Leipzig) gekündigt.

(Crosspost von wisspub.net) 

Posted in Verlagswesen | Tagged , | Comments Off on Bundesweite Verhandlungen mit Elsevier gestartet

Thomson-Reuters verkauft Web of Science/Science Citation Index

Thomson-Reuters hatte seine Sparte “Intellectual Property und Wissenschaft” zum Verkauf angeboten. Dies umfaßt auch die Datenbanken, die als Web of Science vermarktet werden (Science Citation Index, Journal Citation Report und diverse andere).

Zwei Kapitalbeteiligungsgesellschaften haben nun zugegriffen:
http://thomsonreuters.com/en/press-releases/2016/july/thomson-reuters-announces-definitive-agreement-to-sell-its-intellectual-property-science-business.html

Nature kommentiert: ‘Web of Science’ to be sold to private-equity firms : Thomson Reuters divests intellectual-property and science division in US$3.55-billion deal.

Posted in Literaturverwaltung, Publizieren, Verlagswesen | Comments Off on Thomson-Reuters verkauft Web of Science/Science Citation Index

Erste Empfehlungen zur European Open Science Cloud (EOSC) veröffentlicht

Die High Level Expert Group zur European Open Science Cloud (EOSC) der Europäischen Kommission hat einen ersten Entwurf ihrer Empfehlungen veröffentlicht (PDF). Das Dokument “A Cloud on the 2020 Horizon” versteht sich als “living roadmap for the realisation of the European Open Science Cloud (EOSC)”.

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, erklärte im April in einer Pressemitteilung das Anliegen der EOSC:

“Unser Ziel ist die Schaffung einer Europäischen Cloud für offene Wissenschaft – einer zuverlässigen Umgebung, die es über Technologien, Fachgebiete und Grenzen hinweg Millionen von Forschern ermöglicht, Forschungsdaten auszutauschen und zu analysieren, um so die Effizienz und Produktivität in der Wissenschaft zu erhöhen. Wir haben den Appell der Wissenschaftler, eine Infrastruktur für offene Wissenschaft aufzubauen, gehört und einen umfangreichen Plan entwickelt, mit dem wir uns nun an die Arbeit machen können. Der Nutzen der offenen Daten für Europas Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft wird enorm sein.”

Die EOSC ist Teil der Priorität “Digitaler Binnenmarkt” (Digital Single Market) der EU-Kommission.

Posted in Forschungsdaten | Comments Off on Erste Empfehlungen zur European Open Science Cloud (EOSC) veröffentlicht

Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) empfiehlt nationale Forschungsdateninfrastruktur

Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) hat heute unter dem Titel “Leistung aus Vielfalt” Empfehlungen zu Prozessen und zur Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland veröffentlicht.

RfII – Rat für Informa onsinfrastrukturenIm Kern des jetzt veröffentlichten Positionspapiers steht die Empfehlung zur Etablierung einer “Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)”.

Das Positionspapier wurden im Rahmen eines “forschungspolitische[n] Gespräch[es] über die wachsende Bedeutung der Digitalisierung für Wissenschaft und Forschung” der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) veröffentlicht. (Siehe hierzu die Pressemitteilung der GWK.)

Die GWK hat im November 2013 die Einrichtung des Rates für Informationsinfrastrukturen (RfIIbeschlossen. Die Einsetzung des Gremiums geht auf eine Empfehlung des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2012 zurück.

(Crosspost von wisspub.net)

Posted in Forschungsdaten | Comments Off on Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) empfiehlt nationale Forschungsdateninfrastruktur

“All European scientific articles to be freely accessible by 2020”, bekräftigt das EU Competitiveness Council

“All European scientific articles to be freely accessible by 2020 : Europe makes a definitive choice for open access by 2020” – so ist die Pressemitteilung der Niederländischen Ratspräsidentschaft überschrieben, die von den Beschlüssen des EU Competitiveness Council berichtet.

Die Beschlüsse des Competitiveness Councils (Rat für Wettbewerbsfähigkeit) unter dem Titel COUNCIL CONCLUSIONS ON THE TRANSITION TOWARDS AN OPEN SCIENCE SYSTEM vom 27.5.16 finden sich hier in der englischen Version und hier in der deutschen Version.

Posted in Forschungsdaten, Open Access, Publizieren, Verlagswesen, Zeitschriften | Comments Off on “All European scientific articles to be freely accessible by 2020”, bekräftigt das EU Competitiveness Council

Open Science: Entering into a New Era for Science. Aktuelle Erklärung der G7-Wissenschaftsminister

Open Science war auch beim aktuellen Treffen der G7-Wissenschaftsminister in Japan Thema. In der Abschlußerklärung (Tsukuba Communiqué) heißt es unter der Überschrift “Open Science ‐ Entering into a New Era for Science : Putting into Practice New Framework of Research and Knowledge Discovery, Sharing, and Utilization through Openness” unter anderem:

“Open science enables broad and straightforward access to and use of the results of publicly funded research (e.g. scholarly publications and resultant data sets) not only for academics, but also the private sector and the general public more broadly. Fundamental to the progress of open science is the continued investment by governments and others, … in suitable infrastructures and services for data collection, analysis, preservation and dissemination.”

Posted in Forschungsdaten, Open Access, Publizieren, Veranstaltungen, Verlagswesen, Zeitschriften | Comments Off on Open Science: Entering into a New Era for Science. Aktuelle Erklärung der G7-Wissenschaftsminister

The FAIR Data Principles: Findable, Accessible, Interoperable, and Re-usable

Unter dem Stichwort “FAIR“, aufgelöst als “Findable, Accessible, Interoperable, and Re-usable” lassen sich die Herausforderungen beim Umgang mit Daten kurz und kompakt zusammen fassen.
Eine kurze Übersicht findet sich hier:
https://www.force11.org/group/fairgroup/fairprinciples

Detaillierte Informationen unter: Guiding Principles for Findable, Accessible, Interoperable and Re-usable Data Publishing version b1.0

Posted in Forschungsdaten, Open Access, Publizieren, Verlagswesen, Zeitschriften | Comments Off on The FAIR Data Principles: Findable, Accessible, Interoperable, and Re-usable

EU action plan for Open Science

Die Niederlande hatte angekündigt sich im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft besonders des Themas Open Science anzunehmen.
Am Ende einer Konferenz in Amsterdam wurde nun ein “EU action plan for Open Science” angekündigt. Drei Ziele wurden dafür formuliert:

1. Full open access for all publicly funded scientific publications by 2020.
2. Open data – the sharing and re-use of data – as the standard for all publicly funded research.
3. More open science, which will maximise its effectiveness and its impact on society and the economy
.

Die entsprechende Pressemitteilung findet sich hier.

Ergänzt am 18.04.16:

Begleitend dazu hat ScienceEurope ein Briefing Paper on Open Access Business Models veröffentlicht. In der der Pressemitteilung dazu heißt es:

“The Dutch Presidency has made Open Access one of its main priorities and wishes to garner consensus around tangible actions necessary to irreversibly advance the transition to Open Access to scientific publications.
This needs visionary and courageous decisions by policy makers in the coming months. If these decisions are to have real impact and to support Open Science, then decision makers need to be in possession of the latest and most reliable information about what is going on in the Open Access publishing market. They need to know the financial, scientific and other implications of some of the ongoing trends and existing business models.”

Das Briefing Paper findet sich hier.

Posted in Forschungsdaten, Open Access, Publizieren, Verlagswesen, Zeitschriften | Comments Off on EU action plan for Open Science

Without software, modern research would not be possible

“Without software, modern research would not be possible.”

Knowledge Exchange (ein Verbundprojekt von europäischen Förderorganisationen) hat einen lesenswerten Bericht zu einem gemeinsamen Workshop zum Thema “wissenschaftliche Software” veröffentlicht.
Im Report werden fünf Empfehlungen hervorgehoben:

– We must raise awareness of the fundamental role of software in research.

– Research software should be recognised as a valuable research object in line with the investment it receives and the research it makes possible.

– Funders should use their position to promote software sustainability.

– Skills related to software sustainability must be embedded in the research community.

– We must create organisations (centralised or distributed) to act as focal points for software sustainability expertise.

Aus dem GFZ hat an dem Workshop Martin Hammitzsch (CeGIT) teilgenommen.

Posted in Forschungsdaten, Open Access, Publizieren, Verlagswesen, Zeitschriften | Comments Off on Without software, modern research would not be possible