EU action plan for Open Science

Die Niederlande hatte angekündigt sich im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft besonders des Themas Open Science anzunehmen.
Am Ende einer Konferenz in Amsterdam wurde nun ein “EU action plan for Open Science” angekündigt. Drei Ziele wurden dafür formuliert:

1. Full open access for all publicly funded scientific publications by 2020.
2. Open data – the sharing and re-use of data – as the standard for all publicly funded research.
3. More open science, which will maximise its effectiveness and its impact on society and the economy
.

Die entsprechende Pressemitteilung findet sich hier.

Ergänzt am 18.04.16:

Begleitend dazu hat ScienceEurope ein Briefing Paper on Open Access Business Models veröffentlicht. In der der Pressemitteilung dazu heißt es:

“The Dutch Presidency has made Open Access one of its main priorities and wishes to garner consensus around tangible actions necessary to irreversibly advance the transition to Open Access to scientific publications.
This needs visionary and courageous decisions by policy makers in the coming months. If these decisions are to have real impact and to support Open Science, then decision makers need to be in possession of the latest and most reliable information about what is going on in the Open Access publishing market. They need to know the financial, scientific and other implications of some of the ongoing trends and existing business models.”

Das Briefing Paper findet sich hier.

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Without software, modern research would not be possible

“Without software, modern research would not be possible.”

Knowledge Exchange (ein Verbundprojekt von europäischen Förderorganisationen) hat einen lesenswerten Bericht zu einem gemeinsamen Workshop zum Thema “wissenschaftliche Software” veröffentlicht.
Im Report werden fünf Empfehlungen hervorgehoben:

- We must raise awareness of the fundamental role of software in research.

- Research software should be recognised as a valuable research object in line with the investment it receives and the research it makes possible.

- Funders should use their position to promote software sustainability.

- Skills related to software sustainability must be embedded in the research community.

- We must create organisations (centralised or distributed) to act as focal points for software sustainability expertise.

Aus dem GFZ hat an dem Workshop Martin Hammitzsch (CeGIT) teilgenommen.

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Belmont-Forum: Data Policy and Principles

Das Belmont-Forum (“To deliver knowledge needed for action to avoid and adapt to detrimental environmental change including extreme hazardous events”) hat bei seinem Treffen in Oslo im letzten Herbst dieses Dokument “Data Policy and Principles” verabschiedet.
Darin heißt es:

“The Belmont Forum’s ambition is that this policy and these principles will take positive steps toward establishing a global, interoperable e-infrastructure based on cost-effective solutions that can help enable actionable and societally beneficial science.
Data should be:
• Discoverable through catalogues and search engines
• Accessible as open data by default, and made available with minimum time delay
• Understandable in a way that allows researchers—including those outside the discipline of origin—to use them
• Manageable and protected from loss for future use in sustainable, trustworthy repositories”

Im Vorfeld war ein Report erstellt worden:
A Place to Stand: e-Infrastructures and Data Management for Global Change Research.
Dieser Bericht illustriert die oben genannten Forderungen und zeigt auf was die nächsten Schritte sein müssen.

“An e-infrastructure that supports data-intensive, multi-disciplinary research is needed to facilitate new discoveries and accelerate the pace of science to address 21st century global change challenges. Data discovery, access, sharing and interoperability collectively form core elements of an emerging shared vision of e-infrastructure for scientific discovery. These elements further depend on building relationships among data
sets, people, systems, organizations and networks.”

“A New Data Literacy for the 21st Century: The United Nations noted that the world needs a new data literacy that enables actionable and socially-beneficial science to address environmental change affecting disaster mitigation, resilience, water and other natural resources.”

Das Belmont-Forum wird von deutscher Seite von BMBF und DFG unterstützt.

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Flip journals to open access

“The Dutch government, which took over the six-month rotating presidency of the European Union council of ministers this month, has declared furthering OA to be one of its top priorities.”

Open Access kann auf vielen Wegen erreicht werden, grün, gold, ….

Über die Jahre sind eine ganze Reihe von Zeitschriften auf der Basis des Open Access-Geschäftsmodells (gold) neu gegründet worden. Viele haben sich im Reputationssystem der Wissenschaft gut etabliert.
Die Artikel sind sofort für alle Interessenten zugänglich, die Rechte bleiben bei den Autoren, die offene Nachnutzung ist geregelt (CC-by).

Fast jeder Subskriptionsverlag bietet inzwischen das sogenannte hybride Modell an: Freikauf eines einzelnen Artikels in einer sonst ‘geschlossenen’ Zeitschrift. Dieses Modell ist nicht zu empfehlen und wird deshalb beispielsweise am GFZ nicht unterstützt.

Inzwischen sind aber durchaus eine Reihe von ehemaligen Subskriptionszeitschriften komplett zum Open Access-Geschäftsmodell gewechselt. Ein breites Übergehen des wissenschaftlichen Zeitschriftenwesens zum Open Access-Geschäftsmodell wird die Herausforderung für die nächsten Jahre sein.

Die Niederlande haben für ihre aktuelle Übernahme der Ratspräsidentschaft der EU u.a. die Förderung von Open Access als wesentliches Ziel definiert. Aus diesem Anlaß beschreibt Nature in einem aktuellen Artikel den Diskussionsstand zu neuartigen Vertragsabschlüssen zu Zeitschriften zwischen Bibliothekskonsortien und Verlagen, die mit der Verknüpfung von Open Access und Subskription einen neuen Weg gehen.
Dutch lead European push to flip journals to open access : Academic consortia urge faster changes in scholarly publishing. (Nature, Januar 2016, http://doi.org/10.1038/529013a).

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HRK-Empfehlung zum Thema Forschungsdatenmanagement

Die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat am 10.11.2015 unter dem Titel “Wie Hochschulleitungen die Entwicklung des Forschungsdatenmanagements steuern können. Orientierungspfade, Handlungsoptionen, Szenarien” (PDF) umfassende Empfehlungen zum Thema Forschungsdatenmanagement verabschiedet.

Diese bauen auf einer vorhergehenden Empfehlung der HRK aus dem Jahr 2014 auf. Damals wurde die strategische Bedeutung des Themas für die Hochschulen in Deutschland betont. Die jetzt veröffentlichten Empfehlungen richten sich darüber hinaus auch an die Politik. Auszug aus der Pressemitteilung der HRK:

 ”Die Mitgliederversammlung fordert die Verantwortlichen in Bund und Ländern auf, sowohl eine koordinierende Rolle beim Aufbau übergreifender Infrastrukturen für das Forschungsdatenmanagement zu übernehmen als auch die notwendige Finanzierung zu sichern.  Als einen entscheidenden Schlüssel auf allen Ebenen sieht die HRK eine stärkere Kooperation. Deshalb solle die Finanzierung so gestaltet werden, dass zusätzliche Anreize für die Zusammenarbeit von Hochschulen sowohl innerhalb der Länder als auch länderübergreifend gesetzt werden. Die Länder sollten verstärkt in gemeinsamen Initiativen zusammenarbeiten. Gleichzeitig müssten die Kooperationsmöglichkeiten von Bund und Ländern nach dem neu gefassten Artikel 91 b Grundgesetz genutzt werden.”

 

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DFG: “Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten” verabschiedet

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Ende September “Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten” (PDF) verabschiedet.

Auszug aus der heutigen Ausgabe der ”Information für die Wissenschaft“.

“Mit den vom Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am 30. September 2015 verabschiedeten „Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten“ führt die DFG die bereits geltenden Erwartungen an Antragstellende hinsichtlich des Umgangs mit den im Projekt entstehenden Forschungsdaten konsistent zusammen und weist zugleich explizit auf die Angebote hin, mit denen die DFG Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Management von Forschungsdaten unterstützt.”

Zur Zugänglichkeit und Nachnutzung der Forschungsdaten heißt es in der Policy:

“Soweit einer Veröffentlichung der Forschungsdaten aus einem DFG-geförderten Projekt Rechte Dritter (insbesondere Datenschutz, Urheberrecht) nicht entgegenstehen, sollten Forschungsdaten so zeitnah wie möglich verfügbar gemacht werden. Die Forschungsdaten sollten dabei in einer Verarbeitungsstufe (Rohdaten oder bereits weiter strukturierte Daten) zugänglich sein, die eine sinnvolle Nach- und Weiternutzung durch Dritte ermöglicht. Um dies sicherzustellen, ist darauf zu achten, dass der Zugang zu den Forschungsdaten auch dann gewährleistet bleibt, wenn im Zusammenhang mit einer Publikation Verwertungsrechte an den Forschungsdaten an Dritte, i.d.R. einen Verlag, übertragen werden müssen.”

In den Leitlinien wird auch der Dienst “re3data.org – Registry of Research Data Repositories” erwähnt. Dieses Portal hilft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei der Suche nach geeigneten Repositorien zur Speicherung und Zugänglichmachung der Daten. Aktuell lassen sich dort über 1.330 Repositorien recherchieren. Der Dienst wurde unter Beteiligung der Bibliothek des Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ aufgebaut.

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Was leisten Wissenschaftsverlage heute eigentlich noch?

In vielen Gesprächen mit Wissenschaftlern wird diese Frage immer wieder gestellt. Auf der einen Seite werden druckbereite Manuskripte von den Autoren erwartet, anderseits gibt es immer wieder Klagen über schwierige Kommunikationen mit den Verlagen, oft mit outgesourcten Dienstleistern.

Auf ein besonders beredtes Beispiel von Erfahrungen bei der Publikation eines Sammelbandes (in diesem Fall bei Springer) soll hier hingewiesen werden:
L. M. Hilty: Was leisten Wissenschaftsverlage heute eigentlich noch?

Ein Hinweis in eigener Sache:
Die Bibliothek agiert auch als elektronischer Verlag und wir können Ihre Reports, Proceedings und andere Publikationsprojekte in Form einer persistenten elektronischen Publikation unterstützen. Sprechen Sie uns an!

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Elsevier verschlechtert Open Access-Möglichkeiten

Elsevier gehörte bisher zu den Verlagen, die erlaubten, dass ein Final Draft eines Artikels (inhaltlicher Stand nach der Review) unmittelbar nach dem Erscheinen in einem institutionellen Repositorium eingestellt werden konnte (Grüner Open Access). Diese Policy wurde kürzlich von Elsevier neu definiert, es gilt nun ein Embargo von wenigstens 12 Monaten.
Die Neuformulierung der Policy hat breiten Protest hervorgerufen. Die Confederation of Open Access Repositories (COAR) hat eine Erklärung (Statement against Elsevier’s sharing policy) veröffentlicht, in der es heißt:

“As organizations committed to the principle that access to information advances discovery, accelerates innovation and improves education, we support the adoption of policies and practices that enable the immediate, barrier free access to and reuse of scholarly articles. This policy is in direct conflict with the global trend towards open access and serves only to dilute the benefits of openly sharing research results.
We strongly urge Elsevier to reconsider this policy and we encourage other organizations and individuals to express their opinions.”

Diese Erklärung ist inzwischen von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen weltweit unterzeichnet worden.

Elsevier argumentiert dagegen, dass es ja weiter eine Möglichkeit gäbe Artikel sofort offen zugänglich zu machen und bewirbt seine hybrides Programm:
“For authors who want free immediate access to their articles, we continue to give all authors a choice to publish gold open access with a wide number of open access journals and over 1,600 hybrid titles.”
Hybrider Open Access wird das Angebot verschiedener Verlage genannt, bei dem angeboten wird, einzelne Artikel in Subskriptionszeitschriften freizukaufen. Hybride Angebote in der momentan von den Verlagen angebotenen Form werden weltweit kritisch gesehen.
Vor allem aus drei Gründen wird davon abgeraten:
- In vielen Fällen ist eine Zweitveröffentlichung im Sinne des Grünen Open Access möglich. (Hier greifen nun die Embargos der neuen Policy von Elsevier).
- Verglichen mit den Article Processing Charges (APC) von Open Access-Zeitschriften, sind die anfallenden Gebühren meist unverhältnismäßig teuerer.
- Wenn Bibliotheken die Zeitschrift bereits subskribieren, bezahlt die Institution doppelt.
In den Helmholtz-Empfehlungen zum Umgang mit Open Access-Publikationsgebühren heißt es explizit: “So genannte hybride Open-Access-Modelle (z.B. Springer Open Choice oder Elsevier Sponsored Articles) sollten nicht unterstützt werden, um eine Doppelfinanzierung zu vermeiden.” Ähnlich formuliert es die DFG.

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The Leiden Manifesto for research metrics

Das Leiden Manifesto for research metrics wurde dieser Tage in Nature veröffentlicht.
Das Manifest fasst prägnant und gut lesbar die bekannten elementaren Punkte zum Umgang mit Metriken in der Wissenschaft unter den folgenden Überschriften zusammen:
1) Quantitative evaluation should support qualitative, expert assessment.
2) Measure performance against the research missions of the institution, group or researcher.
3) Protect excellence in locally relevant research.
4) Keep data collection and analytical processes open, transparent and simple.
5) Allow those evaluated to verify data and analysis.
6) Account for variation by field in publication and citation practices.
7) Base assessment of individual researchers on a qualitative judgement of their portfolio.
8) Avoid misplaced concreteness and false precision.
9) Recognize the systemic effects of assessment and indicators.
10) Scrutinize indicators regularly and update them.

Ergänzende und weiterführende Information finden Sie auf den Seiten der Bibliothek.

Hierzu passend und frisch erschienen:
DUZ Special: Beyond Bibliometrics –Identifying the Best. Zusammenfassung einer Tagung der Alexander von Humboldt-Stiftung.

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Geowissenschaftliche Zeitschriften und Daten

Statement of Commitment from Earth and Space Science Publishers and Data Facilities

Eine neue gebildete “Coalition on Publishing Data in the Earth and Space Sciences”, darunter Verlage und Gesellschaften wie AGU, Copernicus, EGU, Elsevier, Nature, Science, und Wiley (vgl. Übersicht unten) hat eine bemerkenswerte Erklärung veröffentlicht, in der sie sich verpflichten, die Publikation von Daten voranzutreiben und diese auch zitierfähig zu machen.

„This statement of commitment signals important progress and a continuing commitment by publishers and data facilities to enable open data in the Earth and space sciences.”

Sie stellen unter anderem, fest, dass, trotz langjähriger Praxis von Datensupplementen, die Nachnutzung der Daten aufgrund großer Heterogenität sehr schwierig bis unmöglich ist.

“Scholarly publication is a key high value entry point in making data available, open, discoverable, and usable. Most publishers have statements related to the inclusion or release of data as part of publication, recognizing that inclusion of the full data enhances the value and is part of the integrity of the research. Unfortunately, the vast majority of data submitted along with publications are in formats and forms of storage that makes discovery and reuse difficult or impossible.”

Um dieses Ziel zu erreichen:

“Earth and space science data should, to the greatest extent possible, be stored in appropriate domain repositories that are widely recognized and used by the community, follow leading practices, and can provide additional data services. We will work with researchers, funding agencies, libraries, institutions, and other stakeholders to direct data to appropriate repositories, respecting repository policies.”

… verpflichten Sie sich unter anderem hierzu:

“- To promote referencing of data sets using the Joint Declaration of Data Citation Principles, in which citations of data sets should be included within reference lists.
- To Include in research papers concise statements indicating where data reside and clarifying availability.
- To promote and implement links to data sets in publications and corresponding links to journals in data facilities via persistent identifiers. Data sets should ideally be referenced using registered DOI’s.”

Und Ihre Daten?
Das GFZ ist gut aufgestellt, nutzen Sie die Möglichkeiten.
Wir helfen Ihnen weiter!

Dazu auch ein Artikel in EOS.

Die Liste der Unterzeichner:
• American Astronomical Society
• American Geophysical Union
• American Meteorological Society
• Biological and Chemical Oceanography Data Management Office, Woods Hole Oceanographic Institution (BCODMO)
• Center for Open Science
• CLIVAR and Carbon Hydrographic Data Office (CCHDO)
• Community Inventory of EarthCube Resources for Geosciences Interoperability (CINERGI)
• Consortium of Universities for the Advancement of Hydrologic Science, Inc. (CUAHSI)
• Continental Scientific Drilling Coordination Office (CSDCO)
• Copernicus Publications
• Council of Data Facilities
• Elsevier
• European Geosciences Union
• Geological Data Center of Scripps Insitution of Oceanography
• ICSU World Data System
• Incorporated Research Institutions for Seismology (IRIS)
• Integrated Earth Data Applications (IEDA)
• John Wiley and Sons
• Magnetics Information Consortium (MagIC)
• Mineralogical Society of America
• Neotoma Paleoecology Database
• National Snow and Ice Data Center
• Nature Publishing Group
• OpenTopography
• Paleontological Society
• Proceedings of the National Academy of Sciences
• Rolling Deck to Repository (R2R)
• Science
• UNAVCO

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