Blick über den Kanal: “We want to move to open access” (Britischer Wissenschaftsminister)

Im Rahmen der letzte Woche veröffentlichten “Innovation and Research Strategy for Growth” setzt sich die britische Regierung sehr klar für Open Access ein.

„The Government, in line with our overarching commitment to transparency and open data, is committed to ensuring that publicly-funded research should be accessible free of charge. Free and open access to taxpayer-funded research offers significant social and economic benefits by spreading knowledge, raising the prestige of UK research and encouraging technology transfer.“

(Kapitel „Expanded access to Research Publication and Data“, S. 76)

Die Research Councils werden angehalten, den offen Zugang im Rahmen der geförderten Projekte einzufordern: “Therefore, as an immediate step, we have asked the Research Councils to ensure the researchers they fund fulfil the current requirements.”

Im Guardian äußerte sich Wissenschaftsminister David Willetts dazu folgendermaßen:

„We set out very clearly in the document today our commitment to open access. We want to move to open access, but in a way that ensures that peer review and publishing continues as a function. It needs to be paid for somehow. One of the clear options is to shift to a system from which university libraries pay for journals to one in which the academics pay to publish. But then you need to shift the funding so that the academics could afford to pay to publish.“

Vor dem Hintergrund der bundesdeutschen Diskussion zur Verankerung eines Zweitveröffentlichungsrechts (Recht – keine Pflicht!) wird es spannend sein, wie Lobbyisten wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf diese Entwicklung reagieren, der gegen das Zweitveröffentlichungsrecht letztlich mit Szenarien des Untergangs der deutschen Verlagswirtschaft argumentiert.

Die Enquete-Kommission des Bundestags „Internet und digitale Gesellschaft“ hat am Freitag ihren Zwischenbericht zum Urheberrecht veröffentlicht (Drucksache 17/7899). In den Handlungsempfehlungen heißt es immerhin:

“Gleichzeitig ermöglicht das Internet neue Verbreitungswege. Die Enquete-Kommission empfiehlt den Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie der Bundesregierung und den Ländern, die bestehenden und bereits erprobten Wege zur Verbreitung via Open Access („Goldener Weg“) ebenso wie die Rechte der Autorinnen und Autoren zu stärken. Sie ist der Auffassung, dass Open Access das wissenschaftliche Publizieren in der digitalen Gesellschaft bereichern kann und daher gleichberechtigt an die Seite hergebrachter Verbreitungswege treten sollte.” (S. 81)

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