USGS schließt National Biological Information Infrastructure (NBII)

Auf Grund von Budgetkürzungen muss der US Geologische Dienst (USGS) am Sonntag die National Biological Information Infrastructure (NBII) schließen. Viele wertvolle Komponenten der globalen Infrastruktur der Biodiversitätsinformatik gehen damit für immer vom Netz. Die NBII entstand in den späten 1990ern und entwickelte sich mit der Zeit zum zentralen Portal für Biodiversitätsinformatik in den Vereinigten Staaten. Im Laufe der Zeit wurde rund 260 Anwendungen entwickelt, um Daten in die NBII einzufügen oder auszulesen und zu analysieren. Mit der Schließung der NBII gibt es in den Vereinigten Staaten kein zentrales Portal mehr, über das auf staatliche oder nicht-staatliche Biodiversitätsdaten zugegriffen werden kann. Auch der Beitrag des USGS zu anderen Verbünden, z.B. der Global Biodiversity Information Facility (GBIF) oder zu DataOne sind unklar und werden voraussichtlich wesentlich kleiner ausfallen, als ursprünglich geplant.

In der Vergangenheit waren immer wieder Informationsressourcen durch Mittelkürzungen bedroht. Meist handelte es sich dabei um Projekte aus dem akademischen Umfeld (z.B. Merali & Giles, 2005). Dass jetzt eine solch große Infrastruktur – das bisherige Budget betrug mehr als 7 Mio. US$ pro Jahr – geschlossen wird, ist eine völlig neue Situation.

NBII ist bei weitem nicht das einzige große wissenschaftliche Programm, das starke Einbußen hinnehmen musste. Auch der US Beitrag zum Integrated Ocean Drilling Program wurde stark gekürzt.

Merali, Z., and J. Giles (2005), Databases in peril, Nature, 435(7045), 1010-1011. http://dx.doi.org/10.1038/4351010a

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