Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft, Handlungsempfehlungen zu Open Access

Im Rahmen der vom Deutschen Bundestag eingesetzten Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft hat die Projektgruppe Bildung und Forschung nun ihre Handlungsempfehlungen veröffentlicht.
Im Kapitel 3/1 “Digitale Medien in Forschung und Wissenschaft: Open Access und Open Data” werden unter anderem folgende Handlungsempfehlungen ausgesprochen:

“Die Enquete-Kommission empfiehlt der Bundesregierung, den Ländern und Wissenschaftsorganisationen weiterhin, Open Access im Wissenschaftsbereich umfassend zu unterstützen und damit die Innovationskraft im Forschungs- und Wissenschaftsbereich zu stärken. Die Kommission empfiehlt zudem, dass die öffentlichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen dazu angehalten und dabei unterstützt werden, Open Access-Strategien für ihre Einrichtungen zu erarbeiten beziehungsweise ihre bestehende Open Access-Strategie zu aktualisieren, zu veröffentlichen sowie Maßnahmen zu deren Umsetzung zu benennen und durchzuführen.” (S. 15)

“Die Kommission empfiehlt darüber hinaus, ein verbindliches Zweitveröffentlichungsrecht für alle wissenschaftlichen Beiträge in Periodika und Sammelbänden anzustreben, die aus überwiegend mit öffentlichen Mitteln finanzierter Lehr- und Forschungstätigkeit entstanden sind, um so die freie und dauerhafte Zugänglichmachung im Internet zu ermöglichen.” (S. 16)

“Die Enquete-Kommission empfiehlt, in Anlehnung an die im Bericht dargestellten Regelungen im Ausland und auf europäischer Ebene die Zuwendung öffentlicher Mittel für Forschungsprojekte an die rechtlich verpflichtende Bedingung zu knüpfen, dass die daraus entstehenden, qualitätsgesicherten Publikationen (…) zeitnah nach der Erstveröffentlichung frei zugänglich gemacht werden.” (S. 16)

“Die Enquete-Kommission empfiehlt dem Bund, sich zusammen mit den Ländern dafür einzusetzen, dass für unter Open Access-Bedingungen publizierte Primär- und Forschungsdaten sowie Textveröffentlichungen möglichst einheitlich freie Lizenzen vergeben werden. Eine Vielzahl an verschiedenen Lizenzversionen erschwert die Zusammenführung und Weiternutzung der Forschungsdaten und -publikationen. Adäquate Lösungen für sensible Forschungsdaten sind dabei zu ermöglichen.” (S. 18)

“Die Enquete-Kommission sieht, in Einklang mit den Stimmen aus der Praxis, für die Zukunft große Chancen darin, das Open Access-Prinzip, soweit möglich, auf den Bereich der Forschungsdaten aus öffentlich geförderter Forschung auszuweiten und hierfür entsprechende Maßnahmen zu erarbeiten.” (S. 19)

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