“Das Leistungsschutzrecht und die Wissenschaft”

Auf der Website des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft ist ein lesenswerter Beitrag des Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch erschienen. In diesem diskutiert Stefanowitsch, der an der Freien Universität Berlin arbeitet, die Auswirkungen eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage auf das wissenschaftliche Publizieren. Er stellt fest: “Der freie Austausch von Ideen, der für die moderne Wissenschaft als konstitutiv zu betrachten ist, würde unter allen genannten Beschränkungen erheblich leiden.”

Das Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft” hat bereits 2010 vor “neuen Barrieren”, die ein Leistungsschutzrecht im Urheberrechtsgesetz verankern würde, gewarnt. Der Sprecher des Aktionsbündnis Rainer Kuhlen, Professor emeritus für Informationswissenschaft an der Universität Konstanz, bezeichnete das Vorhaben 2011 gar als “[ü]berflüssig, schädlich und ökonomisch unsinnig”.

Stefanowitsch äußert auch die Befürchtung, dass das Privileg eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage Begehrlichkeiten bei den Wissenschaftsverlegern wecken könnte, deren Auswirkungen zu einem noch restriktiveren Umgang mit wissenschaftlichen Aufsätzen führen könnten.  Der Beitrag von Stefanowitsch schließt mit den Worten „Der freie Austausch von Ideen hat in der Wissenschaft zu spektakulären Erkenntnisfortschritten geführt, und wir sollten uns überall einmischen, wo er bedroht ist.“

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