Open Access – Aktuelle Entwicklungen in Deutschland und USA

Deutschland: Vergangenen Mittwoch hat das Bundesministerium der Justiz (BMJ) einen Referentenentwurf (PDF) für ein Zweitveröffentlichungsrecht vorgelegt. Diese Regelung, die in Paragraph 38 UrhG verankert werden soll, würde Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die rechtlich abgesicherte Möglichkeit eröffnen, Publikationen – die im Rahmen der öffentlich geförderten Forschung entstehen und “in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung” erscheinen nach einem Embargo von zwölf Monaten – auf einem Repositorium frei zugänglich zu machen. Auszug aus der Begründung:

“Viele Wissenschaftler haben ein Interesse daran, ihre veröffentlichten Forschungsergebnisse einer breiteren (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie wollen mit der Einstellung ihrer Publikationen auf Repositorien ihrer Forschungsinstitutionen die Häufigkeit erhöhen, mit der ihre Publikationen zitiert werden. Zugleich wollen sie mit dem Angebot ihrer Inhalte im Internet auch die Verbreitung der Forschungsergebnisse verbessern.”

Aktuell sind Publizierende auf die Regelungen der Verlage angewiesen. Die variieren und bieten keine umfassende Rechtssicherheit. Diese Situation hemmt die Umsetzung des sog. „Grünen Weges“ des Open Access.

USA: Vergangenen Freitag hat die US-Regierung eine Verordnung erlassen, nach der die nationalen Forschungseinrichtungen Open Access im Rahmen ihrer Forschungsförderung verankern müssen. Publikationen, die im Rahmen der öffentlich geförderten Forschung entstehen, sollen nach einer Embargoperiode von nicht mehr als zwölf Monaten frei zugänglich gemacht werden.

Bemerkenswert ist, dass die Verordnung auch die dauerhafte Zugänglichkeit von Forschungsdaten umfasst. Bereits bei der Antragstellung sollen zukünftig Datenmanagementpläne eingereicht werden. In diesen sollen Aussagen zu Zugang und Erhaltung der Daten beschrieben werden. Darüber hinaus sollen auch Mittel für das Datenmanagement und die Datenpublikation bereitgestellt werden.

Der Schritt der US-Regierung ist eine Reaktion auf die Petition “access2research”, die im letzten Jahr von über 65.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Darüber hinaus wird aktuell im Senat und im Repräsentantenhaus eine Gesetzesinitiative namens „FASTR – Fair Access to Science and Technology Research Act“ diskutiert. Auch diese verfolgt das Anliegen Open Access verpflichtend in der US-Forschungsförderung zu verankern.

Weitere Informationen zu den Entwicklungen in den USA finden sich bei Nature und in der New York Times.

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