ALM – ein Beitrag zum informierten Blick auf Publikationen

Neben dem Blick auf etablierte Metriken wie der Zahl der Zitate, gezählt auf der Basis von Werkzeugen wie SCI und Scopus (mit all ihren Einschränkungen) werden seit Jahren die Möglichkeiten von “Altmetrics” untersucht.

Verschiedene Verlage, darunter auch Copernicus, setzen nun ein Programm namens ALM (Article level metrics) ein, um zu jedem Artikel automatisch relevante, weitere Zahlenwerte und deren Quellen anzugeben, die etwas über die Resonanz auf diesen Artikel aussagen können.

Im Einzelnen werden dabei zur Zeit erfaßt:
– Downloadstatistik des Verlags
– Zitate im Rahmen von CrossRef (dem weltweiten Verbund der Verlage zur Nutzung der DOI), Zitate aus Google Scholar
– Downloads des Artikels in Literaturverwaltungsprogrammen
– wissenschaftsrelevante soziale Medien

Was nützt das?
ALM kann dazu beitragen, die Wahrnehmung eines Artikels, die Resonanz auf einen Artikel sehr viel schneller und auf breiterer Basis zu erfassen. Klassische Zitate und ihre Messung sind zeitlich träge und basieren letztlich auf den Gepflogenheiten der papiergebundenen Zeitschriftenwelt.
ALM dagegen basiert auf den Möglichkeiten (z.B. Zugriffsstatistik) des elektronischen Publizierens und erfaßt Reaktionen sehr viel zeitnäher.

Man darf gespannt sein, wie schnell ALM bei der Mehrheit der Verlage zum Standard wird (es ist sicher kein Zufall, dass Open Access-Verlage hier vorangehen) und wie schnell Autoren diese zusätzliche Information zur Reichweite ihrer Publikation schätzen lernen.

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