Fallstricke der “nicht kommerziell” Option in Creative Commons

Für viele Autoren scheint es selbstverständlich zu sein, dass sie ihre Werke für andere zugänglich und nachnutzbar machen wollen. Kommerzielle Verlage, mit ihren exorbitanten Gewinnmargen, sollen jedoch nicht Geld machen dürfen, wofür sie selber keinen Cent gezahlt haben. So scheint es naheliegend, Werke durch eine “nicht kommerziell” Bedingung einer kommerziellen Verwertung zu entziehen. Dabei treten jedoch für Autoren unerwartete Nebeneffekte auf [1].

Ein Grundlegendes Problem der Creative Commons Lizenzen mit Beschränkung auf “nicht kommerzielle” Nutzung ist, dass in den Lizenzbedingungen nur sehr unscharf formuliert wurde, was kommerzielle Nutzung ist. Diese Unschärfe verleitete das Landgericht Köln kürzlich zu der Interpretation, dass allein die private Nutzung “nicht kommerziell” ist; darüber berichtete der Blog des Instituts für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software (IfROSS) [2]. Diese extrem enge Auslegung geht klar an der Intention der Lizenz vorbei, ist aktuell aber nun Stand der Diskussion. Ob das Urteil vom 5. März 2014 (Az.: 28 O 232/13) bestand hat, wird sich noch zeigen müssen.

Verweise:

[1] Klimpel, P. (2012), Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung “nicht-kommerziell – NC,” Wikimedia Deutschland, Berlin, Germany. http://irights.info/userfiles/CC-NC_Leitfaden_web.pdf
[2] Jäger, T. (2014), LG Köln beschränkt CC-BY-NC auf rein private Nutzungen, Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software. http://www.ifross.org/artikel/lg-k-ln-beschr-nkt-cc-nc-rein-private-nutzungen
This entry was posted in Open Access, Publizieren and tagged , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply